Schnittgut und Ähnliches im Freien verbrennen

VERBRENNEN IM FREIEN

Was ist erlaubt? Was ist verboten?

Die Thematik ist in vielen verschiedenen Gesetzen und Verordnungen geregelt, sowie von unzähligen Ausnahmebestimmungen durchbrochen. Um halbwegs einen Überblick zu diesem Thema zu bekommen, finden Sie hier eine stark vereinfachte Zusammenfassung der wesentlichen Bestimmungen.

ABFÄLLE

Das Verbrennen jeglicher Abfälle ist verboten! Dazu zählt u. a. auch jedes Holz, welches nicht natürlich belassen wurde. Dazu gehören auch unbehandelte Bretter, Holzpfosten, Staffelhölzer, Schwellen etc.!
Die einzige Ausnahme bildet hier das Verbrennen von kleinen Mengen (ca. eine Scheibtruhe voll) pflanzlicher Abfälle bei Schädlingsbefall (siehe pflanzliche Abfälle)

STROH AUF FELDERN

Das Verbrennen von Stroh auf Feldern ist verboten!
Ausnahmen gibt es nur
  • wenn dies zum Anbau von Wintergetreide oder Raps unbedingt notwendig ist;
  • wenn eine Verrottung des Strohs im Boden nicht zu erwarten ist;
  • wenn bestimmte Schädlinge oder Pilzkrankheiten auftreten (siehe Verordnung 8102/1 der NÖ Landesregierung)

PFLANZLICHE ABFÄLLE AUS HAUS UND GARTEN

Das Verbrennen pflanzlicher Abfälle ist verboten!
Einzige Ausnahme: nur bei Schädlingsbefall dürfen kleine Mengen (ca. eine Scheibtruhe voll)
pflanzlicher Abfälle verbrannt werden. Ansonsten sind diese gemäß "Verordnung über die
getrennte Sammlung biogener Abfälle" zu verwerten oder getrennt zu sammeln bzw. der
Kompostierung zuzuführen.
Das Verbrennen von pflanzlichen Abfällen aus dem Haus und Gartenbereich ist im gesamten
Gemeindegebiet an Sonn- und Feiertagen jedenfalls generell verboten!

PFLANZLICHE ABFÄLLE AUS DER LANDWIRTSCHAFT

Das Verbrennen von pflanzlichen Abfällen aus dem sog. "landwirtschaftlich intensiv genutzten
Bereich" ist in der Zeit von 1. Mai bis 15. September verboten und in der Zeit von 16. September
bis 30. April erlaubt!

ABFLAMMEN VON BÖDEN

Als Maßnahme des Pflanzenschutzes ganzjährig erlaubt.

RÄUCHERN

Im Obst- und Weingartenbereich als Maßnahme des Frostschutzes erlaubt.

LAGERFEUER und BRAUCHTUMSFEUER

Grill- und Lagerfeuer sowie Brauchtumsfeuer (Osterfeuer, Sonnwendfeuer etc.) sind an sich erlaubt. Keinesfalls dürfen jedoch
Abfälle (siehe dort) dabei mitverbrannt werden.
Nicht erlaubt ist das Entzünden derartiger Feuer
  • imWald
  • in Waldnähe (Gefährdungsbereich),
  • wenn Verhältnisse herrschen, die die Ausbreitung eines Waldbrandes begünstigen
  • wenn die Behörde z. B. wegen großer Trockenheit ein generelles Verbot des Entzündens von offenem Feuer in bestimmten Bereichen erlassen hat.

ZUSAMMENFASSUNG

Für den "gewöhnlichen" Hausbesitzer mit Garten kann also zusammenfassend gesagt werden:
Im Freien darf überhaupt nichts verbrannt werden - außer kleine Mengen pflanzlicher Abfälle, wenn Schädlingsbefall vorliegt, jedoch nie an einem Sonn- oder Feiertag!

SICHERHEITSBESTIMMUNGEN (auszugsweise)

Sollte jedoch tatsächlich etwas verbrannt oder abgeflammt werden, dann sind auf Grund einer Verordnung der NÖ Landesregierung folgende Sicherheitsmaßnahmen unbedingt einzuhalten:
  • niemals bei Wind
  • niemals ohne Aufsicht
  • die Aufsichtsperson darf das Grundstück erst dann verlassen, wenn das Feuer und die
  • Glutreste erloschen sind!!
  • niemals bei Nacht
  • Löschgeräte müssen bereit gehalten werden

Beim Verbrennen auf Feldern sind folgende Sicherheitsabstände einzuhalten:
  •  Gegenüber Baulichkeiten und Wäldern sowie reifem Getreide mindestens 30 m
  •  Gegenüber Windschutzstreifen, Wein- und Obstgärten mindestens 15 m
Bitte bedenken Sie, dass die Beachtung all dieser Bestimmungen nicht nur der Sicherheit dient sondern vor allem auch der Umwelt und den Mitmenschen zu gute kommt. Ganz abgesehen davon, ist die Nichteinhaltung dieser Vorschriften strafbar - was spätestens dann zum Tragen kommt, wenn dadurch ein Feuerwehreinsatz verursacht wird.


Als Quellen dienten:

 Bundesgesetz über das "Verbot des
Verbrennens biogener Materialien außerhalb
von Anlagen"
 Forstgesetz 1975
 NÖ Luftreinhaltegesetz
 NÖ Feuerwehrgesetz
 Verordnung der NÖ Landesregierung über
die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen
beim Verbrennen im Freien
 Verordnung über die getrennte Sammlung
biogener Abfälle
 Rechtsauskunft des Amtes der NÖ
Landesregierung
 Artikel aus "Blick ins Land" Nr. 9/1993 von
Dr. Nikolaus Posch